Mein Weg zum Angeln: Wie aus Wurm und Schwimmer alles begann
Heute wird es persönlich. Kein Tackle-Tipp, keine Taktik, sondern die Geschichte, wie alles bei mir angefangen hat: am Vereinsteich, mit Papa, und einem Graskarpfen, der alles verändert hat.
Von Fabi 30. September 2026 2 Minuten Lesezeit
Moin Angelfreunde,
heute wird es mal persönlich. Kein Tackle-Tipp, keine Taktik, sondern die Geschichte, wie alles bei mir angefangen hat. Denn ich glaube, genau diese Geschichten sind es, die uns Angler am Ende verbinden.
Der erste Wurf am Vereinsteich
Vier Jahre alt bin ich, vielleicht fünf. Ich sitze am heimischen Vereinsteich, Schwimmer und Wurm an der Rute, mein Papa direkt neben mir. Er ist derjenige, der mir das Angeln beigebracht hat, und der bis heute meine größte Inspiration in dieser Leidenschaft ist. Forellen sind die ersten Fische, die ich fange.
Das Gerät ist denkbar einfach, aber genau diese Schlichtheit prägt mich bis heute: nicht weil ein Fisch anbeißt, sondern weil ich still sein muss. Warten muss. Teil sein muss von etwas Größerem, das sich nicht beeilen lässt.


Der Graskarpfen, der alles veränderte
Meinen ersten wirklich großen Fisch vergesse ich nie: ein Graskarpfen, gefangen mit Papa, genau an unserem Vereinsteich. Der Bissanzeiger schreit los, der Drill beginnt, ich glaube, jede Sekunde die Rute zu verlieren. Adrenalin, Unsicherheit, pure Konzentration. Ein Gefühl, das bis heute so tief sitzt, als wäre es gestern gewesen. Vielleicht kein Zufall, dass ausgerechnet der Karpfen meine liebste Fischart geblieben ist.
Zwischen Pause und Intensität
Mein Papa war beruflich immer stark eingespannt. Ans Wasser zu kommen war nie selbstverständlich, sondern etwas, das wir uns gemeinsam erkämpfen mussten. Manchmal vergingen Wochen zwischen zwei Angeltagen. Genau das hat jede gemeinsame Zeit am Wasser so unglaublich wertvoll gemacht.
Wenn mein Papa am Abend ankündigte: Morgen gehen wir angeln, dann konnte ich in dieser Nacht kaum ein Auge zumachen. Diese Vorfreude, dieses Kribbeln im Bauch, war für mich als Kind fast so aufregend wie der Angeltag selbst. Und ich glaube, genau diese Knappheit hat dafür gesorgt, dass ich das Angeln nie als selbstverständlich abgetan habe.
Was selten ist, wird wertvoll. Das gilt für Angeltage genauso wie für Fische.
Was daraus wurde
Aus dieser Kindheitsleidenschaft wird über die Jahre etwas ganz Eigenes: die Liebe zum Ansitzangeln. Camp aufbauen, länger in der Natur verweilen, die Ruhe aushalten, am liebsten mit engen Freunden oder Familie an meiner Seite. Und wenn der Bissanzeiger plötzlich losschreit: Gänsehaut. Jedes Mal aufs Neue, nach unzähligen Malen.
Heute bin ich fast wöchentlich am Wasser, und die Nervosität, die Vorfreude von damals, nicht verschwunden. Genauso da wie früher. Papa übrigens auch, zuletzt beim 105er Hecht im letzten Herbst. Vielleicht ist das der Unterschied zwischen einem Hobby und einer Leidenschaft: Sie lässt einen nie kalt.

Was diese Geschichte für mich bedeutet
- Die Zeit am Wasser ist ein Geschenkunabhängig vom Fang
- Geduld und Warten sind kein Nebeneffektsondern der eigentliche Kern des Ansitzangelns
- Knappe, seltene Angeltagemachen jede Session wertvoller
- Die Vorfreude gehört dazugenauso wie der Angeltag selbst
- Eine Leidenschaft lässt einen nie kaltauch nach unzähligen Malen nicht
Petri Heil und bis zum nächsten Mal!