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Spätsommer-Karpfenangeln: Warum jetzt DIE Phase im Jahr ist

Der Übergang von August zu September ist für mich der goldene Monat beim Karpfenangeln. Warum die Fische jetzt anders fressen, wo sie stehen und wie mein Futterplatz-Konzept aussieht.

Von Fabi 2. September 2026 3 Minuten Lesezeit

Herbststimmung am See, Rute im Schilf

Moin Angelfreunde,

wenn ich eine Phase im Jahr nennen müsste, auf die ich mich am meisten freue, dann ist es genau diese hier: der Übergang von August zu September. Für mich ist der September der goldene Monat beim Karpfenangeln, und wer jetzt weiß, was er tut, kann richtig absahnen.

Die Gewässer drehen sich um

Nach den ganzen Gewittern der letzten Wochen und den spürbar kühleren Temperaturen ist bei vielen Gewässern etwas passiert, das wir Angler die „Umwälzung“ nennen. Egal ob Baggersee, Stausee oder Waldsee: Die Wassertemperatur ist deutlich runtergegangen, und die Karpfen sind raus aus ihrer sommerlichen Trägheit. Sie sind jetzt richtig aktiv, bewegen sich viel und fressen mit ganz anderem Elan als bei brütender Sommerhitze.

Genau das macht diese Wochen zu einer der spannendsten und ertragreichsten Phasen im ganzen Jahr. Das gilt übrigens nicht nur für Karpfen: Warum jetzt auch die großen Hechte ins Freiwasser ziehen, steht im neuen Beitrag. Ich schätze die Zeit rund um den September ohnehin sehr, auch die Natur und Vegetation tragen ihren Teil dazu bei, wenn sich alles langsam verfärbt und in warme Herbsttöne taucht.

Die Sprungschicht als Kompass

Was die Sprungschicht genau ist und wie du sie findest, steht im eigenen Beitrag dazu. Ein Punkt, den viele im Spätsommer noch unterschätzen: die Sprungschicht. Das ist der Bereich, wo die Wassertemperatur nach unten hin schnell abfällt und sich kühles, sauerstoffreiches Wasser sammelt. Genau oberhalb dieser Schicht finden die Karpfen aktuell das meiste Futter.

Bei einem Baggersee mit rund 10 Metern Durchschnittstiefe liegt das bei mir meistens im Bereich zwischen 4 und 7 Metern.

Wer seine Spots danach ausrichtet, hat schon die halbe Miete.

Mein Futterplatz-Konzept

Ich füttere meine Plätze schon ab Mitte Juni konsequent an, alle 3 bis 4 Tage zwischen 300 Gramm und 1 Kilo Boilies pro Spot, je nach Gewässergröße. Wichtig ist die Konstanz: der Platz bleibt permanent unter Futter.

Dabei setze ich bewusst auf große Köder, meist 24mm Boilies, um gezielt auf die großen Fische zu selektieren. Am liebsten greife ich dabei auf Fischmehlköder zurück, und zwar in den Größen 20mm, 24mm und auch 30mm.

Fischmehl-Boilies in verschiedenen Größen
Fischmehlköder-Mix in 20, 24 und 30 Millimetern.

Köder und Rig

Beim Angeln fische ich dann entweder einzelne Bodenköder oder Snowmans, also ein 24mm Boilie mit kleinem, farbigem Pop-up. Beides, um gezielt auf die richtig großen Karpfen zu angeln.

Als Rig bin ich ein absoluter Fan der Einfachheit: klassisches Haar-Rig, durchgebunden mit dem No-Knot-Knoten. Ich fische semi-stiffe Vorfächer, geflochten mit einer Ummantelung, die ich vorne am Haken abkratze. Simpel, aber extrem zuverlässig.

Haar-Rig mit Boilie und orangefarbenem Pop-up am Haken
Snowman: 24mm-Boilie mit kleinem Pop-up, klassisches Haar-Rig.

Mit uns am Wasser

Kürzlich waren Tim und ich an einem unserer Baggerseen, an dem wir genau diesen Spot einen Monat lang alle 3 bis 4 Tage unter Futter gehalten hatten. Wir haben uns 24 bis 30 Stunden Zeit genommen: Setup aufbauen, Boot aufblasen, Ruten rausfahren. Eine Rute mit einzelnem Bodenköder, die andere mit Snowman und pinkem Pop-up, beide auf 24mm Boilie-Basis.

Nach 3 bis 5 Stunden der erste Hub: ein wunderschöner Schuppenkarpfen mit 21 Kilo. Der Plan ging komplett auf. Rute wieder scharf gemacht, zurück an den Spot, und mitten in der Nacht dann der zweite Biss: ein kapitaler Spiegelkarpfen mit rund 18 bis 19 Kilo.

Schuppenkarpfen mit 21 KiloSpiegelkarpfen mit rund 19 Kilo
Schuppenkarpfen, 21 Kilo · Spiegelkarpfen, rund 18 bis 19 Kilo

Zwei Fische, knapp 40 Kilo in einer Session. So soll’s sein. Beim Abbau haben wir wie immer noch mal Futter dagelassen, damit die Fische am Platz wieder Vertrauen fassen und in Ruhe fressen können.

Deine Checkliste fürs Karpfenangeln im Spätsommer

  • Gewässerumwälzung im Kopf behaltenKarpfen sind nach Gewittern und Abkühlung aktiver
  • Sprungschicht suchenmeist 4 bis 7 Meter bei rund 10 Metern Durchschnittstiefe
  • Spot konstant unter Futter haltenalle 3 bis 4 Tage, 300 Gramm bis 1 Kilo pro Platz
  • Große Köder ab 24mmfür die gezielte Selektion großer Fische
  • Einfaches, zuverlässiges RigHaar-Rig mit No-Knot-Knoten
  • Nach dem Angeln nachfütterndamit der Platz heiß bleibt

Petri Heil und bis zum nächsten Mal!

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Fabi
Fabi Gründer & Angel-Experte

Angelt, seit er denken kann. Der erste Kontakt kam mit drei bis vier Jahren, mit Pose und Wurm am Waldsee um die Ecke. Als freier Redakteur verfasst er Fachbeiträge für Angelmagazine wie Rute & Rolle, Fisch & Fang und Carpzilla. Bei LIVERUNTV ist er der Experte am Wasser. Was hier steht, stammt aus eigenen Ansitzen.

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